Bericht "unplugged" Konzerte

Traunsteiner Tagblatt: Text : .*** © Udo Kewitsch, 11.04.17, Fotos : Alex Welte#

Sauerkirsch in Staudach

Entertainment pur – Doppelkonzert im MühlwinklEs muss einmal gesagt werden, und in diesem Fall sind deutliche Worte angebracht. Klartext. Man kann es drehen und wenden wie man will. Martin Wilhelm, der Frontmann der berühmten Band Sauerkirsch ist eine – verzeihen Sie mir das übel klingende, aber wohlgemeinte Vokabular - „Rampensau“. Er singt, er spielt, er fabuliert, er scherzt, er steigert sich in seine Rolle(n) rein – mit Leidenschaft und Herzblut. Unglaublich.So vermag es nicht zu überraschen, dass die regelmäßig wiederkehrenden, nunmehr schon legendären, Unplugged Konzerte in Staudach Mühlwinkl auch dieses Mal (ohne Werbemaßnahmen) wieder restlos ausverkauft waren. Zwei davon gab es am vergangenen Wochenende. Zweimal Unplugged, zweimal Show und Entertainment made im Chiemgau. Zweimal große Begeisterung.Die „Sauerkirschen“ waren vollzählig. Nicht weniger als neun Mann sitzen mittig im Saal. Drei Bläser, ein Klavier, ein Schlagzeug, zwei Gitarren, ein Bass und eben dieser Rampen-Martin. Raus ins Licht, rein ins Gewühl. Entertainment ist ein großes Wort – hier hat es einen festen Platz.„Maschtei“ Wilhelm ganz groß. Als Moderator, als Kabarettist, als Sänger, als Parodie, als Gitarrist. Aber auch die Band ist nach über drei Jahrzehnten Bühnenerfahrung eine Bank. Josef und Peter Lechner an den goldenen Instrumenten ebenso wie Franz Pichl. Georg Meier und Thomas Gartner an den Gitarren unterstützen sowohl die Bläser als auch das Klavier von Markus Reiter wirkungsvoll. Der richtige Wumm kommt an den Drums von Peter Janotta. Wenn Sauerkirsch spielt ist es stimmig und über jeden Zweifel erhaben. Die Tatsache, dass die gesamt Band bei so manch gelungenem Joke von Martin Wilhelm herzhaft und schallend lachen kann, zeigt eindrucksvoll, dass hier kein Routineprogramm gespielt, sondern Improvisation groß geschrieben wird. That´s Entertainment.Die Sauerkirsch Hits sind im Landkreis wohlbekannt. „So lang die Leber lebt“, „Mama hod gsogt“ in der bayrischen Lenny Kravitz Version oder, mein ganz persönlicher Favorit „Mit der Latten auf der Matten“ sind Gassenhauer und sturmerprobt. Es ist die Mischung aus guten bayrischen Texten, eingehenden Kompositionen und erstklassigem Sound, der den Sauerkirsch Wert ausmacht.Traditionsgemäß wurde nach kurze Pause im zweiten Set dann auch wieder ein Stargast begrüßt. Sorgte in den Vorjahren eine gelungene Parodie von Elvis für stete Heiterkeit war es diesmal kein geringerer als Tom Jones, der sich die Ehre gab. Martin Wilhelm in seiner Paraderolle – sowohl stimmlich als auch charismatisch überzeugte der Musiker auf ganzer Linie. Chapeau, der kann´s.Kurzum: Sauerkirsch unpluggeg ist großes Kino, musikalisch als auch kulturell. Herzblut Musiker, toller Sound und eine oversized Show, die man hier im Chiemgau nicht alle Tage sieht. Gehört ins Rampenlicht.

*** © Udo Kewitsch, 11.04.17Zeichen 2856, Zeilen 45**


Bericht Traunsteiner Wirtshausroas

Livemusik, Brotzeit, Bier und ausgelassene Stimmung

In Traunstein war viel los am Samstagabend: Fand doch die 1. Traunsteiner Wirtshausroas statt – 18 Wirtshäuser mit 20 Auftritten verschiedener Live-Bands, Kapellen, Duos oder Alleinunterhalter und eine Menge gute Laune bei Bier und bayerischer Brotzeit. »Eine ordentliche Portion bayerische Lebensart« eben, wie es die Initiatoren vom Veranstalter Monta Music im Vorfeld der Wirtshausroas versprochen hatten.
Wer sich darauf einließ, kam voll auf seine Kosten. Und es waren viele gekommen, in manchen Lokalen gab es längere Wartezeiten, ehe sich die Besucher in das Getümmel um die Platzsuche stürzen konnten.
In manchen Lokalen wie im Tres an der Gapstraße ging teilweise nichts mehr, so viele wollten in »ihrem« Wirtshaus den Abend verbringen oder wie hier beispielsweise mit »SAUERKIRSCH« ihre bevorzugte Band hören. Die Wirte hat es gefreut; manche kamen mit ihrem Personal kaum mehr mit dem Ausschenken nach wie Rudi Zeif vom Hofbräuhaus Bräustüberl bestätigte: »Es läuft.«
Für rund 10 Euro einmaligen Eintritt ging es ab 20 Uhr mit Livemusik los. Ganz egal, ob man nun dem Schneekanonensepp, der Gamsbluatmusi oder den Kesslfligga zuhören wollte. An dem Abend hieß es in Bewegung zu sein und nicht einen Abend in einem Wirtshaus sitzen zu bleiben.
Wollte man verschiedene Bands wie beispielsweise die 6-Egg-Musi, die im Gasthaus Angerbauerhof aufspielte, oder die Blaskapelle Jung-Otting hören und dem Grundgedanken der Wirtshausroas Rechnung tragen, hieß es unterwegs zu sein – entweder zu Fuß vom Ayinger im Höllbräu über das Parkhotel zum Wochinger-Brauhaus bis zur Zieglerwirtschaft im Heimathaus und einer Reihe von anderen Traunsteiner Gaststätten. Oder bequem mit dem Shuttlebus zu fahren, der die Roaser von einem Lokal zum nächsten brachte. Unterwegs waren auch »Die Fexer«, die in den verschiedenen Lokalen etwas zum Besten gaben. Viele Besucher waren aber einfach zu Fuß unterwegs und zogen von Lokal zu Lokal.
Musikalisch unterschiedlich hieß es entsprechend des abwechslungsreichen Musikprogramms zuhören, tanzen oder einfach zu bayerischen Rhythmen schunkeln. Viele Besucher, Jung und Alt, waren daneben dem Aufruf gefolgt, sich ganz traditionell zu kleiden. Und so sah man – quasi als Vorgeschmack auf das anstehende Traunsteiner Frühlingsfest – viele weibliche Roasteilnehmer in feschem, modischem Dirndl und ihr männliches Pendant gegenüber mit Lederhosen und bayerischer Tracht.
Seinen Ausklang fand die 1. Traunsteiner Wirtshausroas im Kafka, in der die »Guten A Band« bis weit nach Mitternacht auf der Bühne stand. Und wem das noch nicht reichte, der konnte im Underground in der After Show noch bis um halbfünf Uhr morgens weiterfeiern.
Bilder sind im Internet unter www.traunsteiner-tagblatt.de zu sehen. awi
Quelle: Traunsteiner Tagblatt

 

2. Bericht SAUERKIRSCH "Unplugged" 2015

Sauerkirsch unplugged heizen der Staudacher Musikbühne ein

Am 17. + 18. April war die Band „Sauerkirsch“ auf der Staudacher Musikbühne im Gasthof Mühlwinkl in Staudach-Egerndach zu Gast.
Die Besonderheit dabei ist, dass die Musiker nicht auf der Bühne stehen, sondern mitten im Gastraum sitzen – umringt von ihrem Publikum.
Dabei sind die Zuhörer sozusagen direkt im Geschehen integriert. Beide Konzerte waren im Vorverkauf bereits ausverkauft.
Sauerkirsch ist eine Band aus der Region die nunmehr schon seit 35 Jahren besteht. Die Mitglieder um den Bandleader und Sänger Martin Wilhelm aus Reit im Winkl sind Georg Meier aus Oberwössen und Thomas Gartner aus Reit im Winkl an den Gitarren. Peter Lechner aus Mietenkam spielt Bass und Tuba. Die „Fullhorns aus Übersee“ Josef Lechner an der Trompete und 2. Gesangsstimme, sowie Franz Pichl und Peter Lechner am Saxophon bewiesen auch noch ihr Können mit der Blockflöte. Markus Reiter aus Bernau sitzt am akustischen Piano und spielt Ziehharmonika. Nicht zu vergessen ist Peter Janotta, der am Schlagzeug den Takt angibt.·Auch bei den diesjährigen Unplugged Konzerten gab die Band von der ersten Minute wieder alles und riss das Saal Publikum mit seinem musikalischen und unterhaltsamen Können vom ersten Lied an mit. Mit alten und neuen Liedern mit bayerischen Texten aus ihrem Repertoire und einem Medley aus Herb Albert Musikstücken rockten sie „ohne Stecker“ den Saal.
Auch die gelungene Elvis Parodie durfte an diesem Abend nicht fehlen, die diesmal aber überraschender Weise in dem Klassiker „New York , New York“ von Frank Sinatra endete. Wer die Band bereits kennt, wusste auch im Voraus, dass die Lachmuskeln beim Konzert immer stets sehr beansprucht werden.·Denn der Chef Martin Wilhelm ist der geborene Entertainer. Mit Geschichten aus dem wahren Leben und noch unbekannten Witzen begeisterte er immer wieder die zahlreichen Fans aus jeder Altersgruppe an beiden Abenden.
Dass die beiden außergewöhnlichen Events da erst weit nach Mitternacht jeweils endeten war logisch. Alles in allem wieder zwei sehr gut gelungene Konzertabende, die so nur auf der Staudacher Musikbühne zu erleben sind.

Text : Kathrin Berschl + Alex Welte
Fotos vom Samstag : Alex Welte

 

Bericht SAUERKRISCH "Unplugged" 2015

Sauerkirsch in allerbester Laune

Zwei Tage Partystimmung in Staudach

Weit über drei Jahrzehnte spielt Sauerkirsch nun im Gau hoch und runter, manchmal macht sich die neunköpfige „Kapelle“ rar, und ab und an zelebrieren sie eine jahrelang gepflegte Tradition. Dazu gehört unter anderem auch die alle zwei Jahre stattfindende „unplugged“ Party auf der Staudacher Musikbühne im Gasthof Mühlwinkl. Es war wieder soweit.

Martin „Maschtei“ Wilhelm, der Entertainer am Mikrofon ist die Triebfeder des Truppe. Es wurde schon viel geschrieben über die Sauerkirschen, über die stet ausverkauften Unplugged Doppelkonzerte – so mag sich die Frage aufdrängen: gibt es Neues zu berichten, was schreibt man da noch? Und wie der Zufall will, schon bei der Anmoderation verrät „Maschtei“ dann wirklich brandaktuelles. Es gebe nicht weniger als acht neue Nummern, das gab es zuletzt 1984, da hatten sie nämlich insgesamt nur acht Nummern zu bieten. Spricht es aus und geht nahtlos in seinen „Plappermodus“ über – das kann bisweilen dauern. Scheinbar konzeptlos aber immer an der Kante zum Quatsch, zur Leichtigkeit, es macht ihm sichtbar Spaß, er ist in seinem Element. Die Truppe hinter ihm, oder genauer, um ihn rum – dieses Mal befindet sich die Bühne wieder inmitten des Saals. Er holt sich seine Lacher, einerlei ob es scherzhafte Passagen rund um die Schwiegermutter sind, oder er seine Zoten reißt, er lässt sich nicht bremsen, die Musiker sind mit einer stoischen Gelassenheit beseelt. Man kennt ihn ja, es kann dauern.

Es sind acht neue Nummern, allesamt ein wenig leiser, melodischer als der bekannte Sauerkirsch Sound, aber nicht minder gut hörbar. Dazu trägt der Kapellen-Sound bei: drei Bläser (Peter Lechner, Josef Lechner, Franz Pichl) sowie die gute Lead Gitarre von Georg Meier, aber auch Wegbegleiter Thomas Gartner (Gitarre), Peter Janotta (Drums), Markus Reiter (Klavier) und Peter Lechner (Tuba, Bass) reihen sich mit dem Erfahrungsschatz der Jahrzehnte nahtlos ein. Sauerkirsch Sound ist guter Sound.

So bleibt nicht viel Neues zu berichten. Ich werde nicht darüber informieren, dass die Gag-Quote abermals eine sehr hohe war, nicht schildern, wie eine perfekte Elvis Imitation aus dem Grassauer Stift entsteigt und Rock´n Roll vom feinsten zelebriert, auch nicht erzählen, dass die bekannten Hits, wie „Mama hat gsogt“, „Solang die Leber lebt“ oder auch „Das gelbe Haus“ einfach Volltreffer waren – das alles ist ja hinlänglich bekannt. Martin Wilhelm tobte sich aus, er war in seinem Element – den Erzählungen einiger Gäste zufolge am zweiten Spieltag sogar noch ein stückweit „euphorischer“. Sauerkirsch live halt. Es wäre auch müßig zu erzählen, dass ein dankbares Publikum nicht nur lautstark Zugaben forderte, sondern auch herzhaft lachen durfte und es ist mittlerweile überlieferter Brauch, dass Sauerkirsch Konzerte selten vor Mitternacht enden.

Kurzum: über drei Jahrzehnte ungetrübte Spielfreude, ein rundum gelungener Konzertabend mit einer eingespielten Truppe und einem Unterhalter von großem Format – Sauerkirsch, man sollte sich den April 2017 vormerken. Es gibt Termine, die kommen immer wieder.

*** © Udo Kewitsch, 22.04.15

 

 

Weihnachtskonzert 2014 - Bericht von Udo Kewitsch

Sauerkirsch in bester Laune

Traditionelles Konzert in Feldwies am Vorweihnachtsabend
Es hat gute alte Tradition, dass die Band Sauerkirsch am vorweihnachtlichen Abend im Gasthof Feldwies aufspielt. Seit nunmehr Jahrzehnten geht es so, seit gut nunmehr Jahrzehnten, ist der Saal ausverkauft, auch wenn im Grunde keine Werbung dafür gemacht wird. Gute Dinge sprechen sich halt rum.
Martin Wilhelm und seine Jungs waren einmal mehr in Spiellaune, sie hatten ihre Klassiker im Gepäck, die Setlist ein wenig gestrafft und neu arrangiert. So waren es die wunderbaren Covernummern im besten Rock´n Roll oder Boogie Woogie Stil, aber auch die herrlichen Eigenkompositionen vom Schlage „Mit der Latten auf der Matten“ oder das frenetische „Solange die Leber lebt“. Die neun Bandmitglieder zogen vom Leder, allen voran Martin „Maschtei“ Wilhelm am Mikrofon, der nach einer ausgiebigen „Brandig“ Tour durch die deutschen Lande froh um die Heimatluft war. Aber auch Thomas Gartner (Gitarre) wieder frisch sowie der Keyborder Markus Reiter oder – solosicher – der Mann an der Leadgitarre Georg Meier. Das Bläser Ensemble Josef und Peter Lechner als auch Franz Pichl unterstützten Peter Janotta an den Drums perfekt.
So kam es, wie es kommen musste am Vorabend zur Stillen Nacht. Es wurde laut, bestens ausgesteuert vom angereisten Wuppertaler Tontechniker, es wurde stimmig und es wurde warm. Der Saal tobte und sang, die wenigstens Fans waren zum ersten Mal auf einem „Kirschen-Konzert“, die meisten allesamt Wiederholungstäter. So wurde dann natürlich auch bei der Lenny Kravitz Nummer „Mama hat gsogt“ lauthals unterstützt und jede Anmoderation von Bandleader Wilhelm kräftig mit Applaus versehen.
Die Sauerkirschen sind erwachsener geworden, lediglich bei der Joe Cocker gewidmeten Nummer „Lass Dein Hut auf“ gönnte sich Maschtei noch in eine kurze (Hut)Maskerade, ansonsten waren die bislang immer ausgiebig zelebrierten Kostümwechsel dieses Mal entbehrlich, was dem musikalischen Leckerbissen keinen Abbruch tat. Im Gegenteil, die Band konzentrierte sich aufs Wesentliche, der Schnickschnack wurde zugunsten einer besseren Bühnenpräsenz eingespart.
Kurzum: Alle Jahre wieder „Sauerkirsch“ am 23.12. ein einheimisch, musikalisches Schmankerl, ein freudiges Fest, gerade noch rechtzeitig, bevor die Besinnlichkeit in die Chiemgauer Stuben einkehrt.

*** © Udo Kewitsch, 24.12.13 Zeichen 2334,Zeilen 37 ***

 

2. Bericht "Sauerkirsch unplugged" 2013

Traunsteiner Tagblatt

Sauerkirsch unplugged im Doppelpack 2 Konzerte an einem Wochenende im Gasthof Mühlwinkl

Die Band von Martin Wilhelm, seit nunmehr 34 (!) Jahren auf den Bühnen des Chiemgaus und darüber hinaus aktiv, ist ein Garantieschein für gute Unterhaltung. Dies gilt im doppelten Sinne. Bayrische Humorigkeit einerseits und musikalischer Genuss andererseits.
Sie lassen es krachen die Jungs, nicht nur alljährlich am 23.12. in Übersee, sondern eben auch bei Alex Welte auf der Musikbühne. Vornehmlich heißt das Motto zwar „unplugged“, aber irgendwie mag es bei neun Akteuren nicht gelingen, nur ruhige „unverstärkte“ Töne anzubieten. So geht die Show rasant ihren Weg.
„Maschtei“ Martin bedankt sich artig für den Begrüßungs-Applaus, stellt aber unmissverständlich fest, dass dieser berechtigt war, weil das kurze bayrische Volksmusikintro seiner Meinung nach ohnehin die beste Nummer des Abends war.
Es geht temporeich mit „Die große Welt“, „Massa Toni“ und dem quirligen „Annamirl“ voran. Alle Musiker in bester Spiellaune. Die Band wird nicht nur von Martin Wilhelm vorwärts getrieben, auch die drei Bläser (Josef Lechner, Peter Lechner, Franz Pichl) peitschen ordentlich mit. Am Piano, der Mann mit der glitzernden Jacke, Markus Reiter. Unterstützung erhalten alle vom Lead Gitarristen Georg Meier und Thomas Gartner, dem besten Freund von Frontmann Wilhelm. Auch Peter Janotta am Schlagzeug und Peter Lechner am Bass sind unverzichtbarer charismatischer Bestandteil der Band, die in kernigem bairisch wunderbare Songs kredenzt.
So mag es nicht verwundern wenn die Hymnen „Busserl“ (Textpassage: „I gib dir heit koa Busserl, weil Du nasenbohrst...“) oder „Mit der Latten auf der Matten“ sowohl für schmunzelnde Gesichter als auch begeisterten Applaus sorgten. Meister Wilhelm an beiden Konzerttagen in bester Laune und eloquent wie eh und jeh. Immer wieder werden Geschichten eingestreut. Der Kabarett Anteil ist kein geringer, dennoch gilt: es sind alles echte und vor allem gute Lacher, die Wilhelm aus dem Publikum herauskitzelt und die gute Laune ist ein dankbares Fundament für die guten Lieder, die geboten werden. Langeweile hat keiner im Saal. Auch die Band scheint an beiden Spieltagen nicht aufhören zu wollen, erst nach Mitternacht verklingen die letzten Noten und die Balladen wie „Mörder“ oder „De Sonn“. Zuvor galt der Applaus noch frenetisch, als Elvis sich die Ehre gab, frisch dem Grassauer Seniorenstift entstiegen. „Blue Suede Shoes“ und andere Gassenhauer sorgten für hohes Tempo, die Maskerade für einen hohen Wiedererkennungswert.
Alles in allem, ein wahrhaft rundes Konzert, aus der Spontanität geboren, mit einem unüberlegten „passt scho“ besiegelt und eine Traditionsveranstaltung der besonderen Art, die im Chiemgau ihresgleichen sucht.

© Udo Kewitsch

 

1. Bericht "Sauerkirsch unplugged" 2013

Bericht , Gemeindeblatt Marquartstein + Staudach-Egerndach , 18.4.2013

"Sauerkirsch – Unplugged", das waren zwei ausverkaufte, kurzweilige, einzigartige Highlights auf der Staudacher Musikbühne im Gasthof Mühlwinkl.

Das war ein Wochenende, 2 gigantische Konzerte mit unserer heimischen Band Sauerkirsch, die wie im Fluge vergangen sind, obwohl sie am Freitag 3 ½ Stunden und am Samstag fast 4 Stunden gedauert haben. Und so gut wie keiner verließ den 2 x ausverkauften Saal des Gasthof Mühlwinkl in Staudach-Egerndach vorzeitig.
Eine große Zahl des Publikums waren die echten „Kirschen“ Fans und die kannten fast alle Lieder, aber trotzdem waren sie wieder da und waren gespannt mit welchen unwahren und erdachten Geschichten der Chef Martin Wilhelm sein Publikum unterhalten wird.
Das Publikum, das teilweise erstmals zu diesen außergewöhnlichen Konzert kam, war schon mal erstaunt, als sie auf der Bühne Tische und Stühle erblickten, erst auf dem zweiten Blick erkannten sie, dass die Plätze der Musiker mitten im Publikum aufgebaut waren. Als sie dann doch nach längeren Diskussionen mit ihrem Partner, welches wohl hier der beste Platz sei, Platz genommen hatten, kam dann beim Beginn der Veranstaltung die nächste nicht erwartete Überraschung. Die Musiker marschierten im Gänsemarsch als bayrische Musikkapelle, natürlich auch passender Marschmusik ein. Sie dachten dann sicher „ wo sind denn wir hier gelandet....“
Aber nach einer kurzen Begrüßungsansprache, ging es gleich mit einem Rock `n` Roll mit bayrischer Text „Baby kimm a bissal her“ recht flott los. Am Freitag hats a bissal gedauert bis das etwas verwunderte neue Publikum, dann voll mit dabei war. Samstag dauerte dies genau ein Lied, denn hier waren eher die Stammfans der Gruppe gekommen, und die feierten „ihre Kirschen“ gleich enthusiastisch. Für einen satten und harmonischen Bläsersound sorgen Peter Lechner (Saxophon) Franz Pichl (Saxophon, Klarinette) und Josef Lechner (Trompete). Georg Meier brillierte bei seinen Solos an der akustischen Gitarre und Thomas Gartner spielte die Rhythmusgitarre und war für den ein oder anderen gelungen Zwischenruf zuständig. Zum Thema Pferdefleisch und Fischstäbchen, meinte er nur trocken, „ da sind dann die Seepferdchen drin......“ , der drauf folgende Lacher nicht nur beim Publikum, sondern auch bei der Rest der Band war im sicher.
Aber hauptsächlich sorgte schon der „Maschtei“ mit seinen Geschichten aus den verschiedensten Lebensbereichen, für die kurzweilige und köstliche Unterhaltung. Ob bei einer Googlesuche eines Adapterteils für ein Druckluftgerät oder wie man eine Trachtenhut mit Gamsbart aus Draht herstelle, alles hatte er „spontan bestens vorbereitet“ wie er gelegentlich selber meinte.
Einer der Höhepunkte wie all die Konzerte in den Jahren davor, war der Auftritt von Elvis.
Optisch im weißen Elvis Kostüm und stimmlich überzeugte Martin Wilhelm unter anderem voll bei den Klassikern „Bossanova Baby“, „Suspicious Minds“ und „Devil in Disguise“. Das Publikum war köstlich amüsierte über die etwas übertriebene Parodie und feierten ihren Elvis an beiden Tagen mit stürmischen Beifall. Bei der „ Bussal“ Ballade bewies Markus Reiter sein Feingefühl an den Pianotasten. Peter Janotta spielte sein Schlagzeug mit einer so angepassten Lautstärke, dass die Gäste, die direkt neben ihm saßen, fasziniert sein Spiel mit den Sticks genießen konnten. Peter Lechner der Zweite zupfte am Akustik Bass und blies einen satten Tuba Sound.

Die beiden „unplugged“ Konzerte waren wieder so erfolgreich, dass man sich in 2 Jahre sicher wieder an gleicher Stelle treffen wird und man darf gespannt sein, was sich der Martin Wilhelm mit seinen Musikern von Sauerkirsch, dann wieder Neues für die Fans einfallen hat lassen.

AW

 

"Voi bratzad Festival" 33 Jahre Sauerkirsch

am 18.05.2012 - Bericht Udo Kewitsch

Begeisterndes Jubiläumskonzert im Zirkuszelt am Chiemsee
Man wird a wohl noch träumen dürfen. Martin Wilhelm, der Frontman der Band Sauerkirsch beispielsweise, träumt sein Leben lang von einem weißen Sattelschlepper mit Schriftzug »Sauerkirsch« und er träumt schon immer von einem Konzert in einem Zirkuszelt. Manchmal werden Träume wahr. Der Sattelschlepper steht als Miniatur mittlerweile auf dem Schreibtisch und das Konzert im großen Zirkuszelt beim Schwögler am Chiemsee war real und vor allem eines: nicht zu toppen. Doch der Reihe nach. »33 Jahre Sauerkirsch« sind Grund genug zu feiern – ausgiebig. Daher lud die Band zu einem »voi bratzad«-Festival an den Chiemsee. Gefeiert wurde dem Anlass entsprechend fünf Tage lang. Rockig, röhrig und nach dem Motto »Vollgas« war der Auftakt wahrhaft fulminant. Das Zirkuszelt sorgte für das entsprechende Ambiente, die zahlreich angereisten Fans waren von der ersten Note mit Leidenschaft dabei. Nicht ein einziger zeigte sich textunsicher, alle Songs, und es waren in rund drei (!) Stunden Spielzeit gut drei Dutzend Titel, wurden von etlichen Gästen fehlerfrei mit ans Kuppeldach geschmettert. Martin Wilhelm war ab der ersten Sekunde mit jeder Faser fester Bestandteil der Bühne. Man spürte das Lodern im Mikrofonkabel, die »vibrations« in den Boxen, dieses »Wollen« der Musiker – und derer sind es bei einem Sauerkirsch Auftritt immerhin Neune!
Der musikalische Reigen wurde eröffnet mit einer Blues-Brothers-Animation und ging mit »Hollywoodfahrn« mehr oder minder nahtlos zu einem der Kracher schlechthin über: Bei »Heb Dein Rock auf« gab es kein Halten mehr. Immer wieder wurden die Titel anmoderiert, mit Anekdoten hinterlegt, nicht eine Silbe klang auswendig, alles was die Fans im Zelt erreichte, war authentisch, war echt. »Bussal«, »Stell di ned so o« und auch das inhaltlich durchaus bemerkenswerte »Da Mensch is a Sau« … - die Aufzählung verschweigt die musikalische Qualität und den Tiefgang, der in die Ohren des Publikums dringt.
Die Band mit dem Bläsertrio Josef Lechner (Trompete, Gesang), Peter Lechner (Saxophon) und Franz Pichl (Saxophon), dem »Helden an der Gitarre« Thomas Gartner, dem Taktgebenden Peter Janotta (Drums), Peter Lechner zwei (Bass) und Georg Meier (perfekte Riffs an der Gitarre) sowie Markus Reiter (Klavier, u.a.) arbeitet nicht nur in vollendeter Harmonie zusammen, das Fundament ist vielmehr Freundschaft und tiefe Verbundenheit. Das spürte man, der Funke sprang über. So verwunderte es nicht, dass das Konzert in der Folge zu keinem Zeitpunkt an Dynamik einbüßte und das Programm munter vorwärts peitschte. Der »Heavy Metal Schröder« wurde besungen, Lenny Kravitz' berühmtes »Mama said« ist auf bayrisch das berühmte »Mama hod gsogt« und wieder sangen alle mit. Immer wieder wurden Showelemente eingefügt, Michael Jacksons »Moonwalk« auf dem Stepper imitiert und der Froschrapp auch im grünen Kostüm vorgetragen.
Sauerkirsch ist seit jeher bekannt für bayrische Texte und das schon zu Zeiten, als Bayrisch als Sprache in den Medien nicht anerkannt war, inhaltlich ebenso wie musikalisch auf höchstem Niveau. Kurzum, schade, dass das Konzert nur drei Stunden dauerte. Und wer weiß, vielleicht tourt Sauerkirsch in den nächsten 33 Jahren doch noch mit einem weißen Sattelschlepper durch die oberbayerischen Städte. Man wird ja mal träumen dürfen.
(Udo Kewitsch, Traunsteiner Tagblatt)

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Sauerkirsch "unplugged" 2011
am 25. und 26.03.2011 in Staudach - Bericht: Ludwig Flug

Die ganze Bandbreite des Sauerkirsch-Konzerts auf der Staudacher Musikbühne erfasst man, wenn man sich während des Konzerts einerseits den in den Sechzigern stehenden Zuhörer betrachtet, der so von Lachen geschüttelt wird, dass ihm die Tränen die Wangen herunter laufen. Wenn dann andererseits in der Pause der Stammbesucher enthusiastisch von der Bläsergruppe, deren Können und präzisen Einsätzen redet. Dazwischen zwischen dem lauten Lachen der begeisterten Zuschauer und Musik auf hohem Niveau, da liegen die Unplugged-Konzerte von Sauerkirsch.
Wie vor zwei und vor vier Jahren sitzen die Musiker in der Mitte des vollgefüllten Saales des Gasthofes Mühlwinkl. Auf der Bühne finden sich die Zuschauer auf Bierbank-Garnituren, die unten im Saal rund um die Musiker keinen Platz gefunden haben.
Neun Musiker sind es. Der Martin Wilhelm ist verantwortlich für die Wortbeiträge, den Gesang und die Präsentation. Er steht im Mittelpunkt, prägt den kraftvollen Gesang. Und auch wenn die Mitgitarristen immer stöhnen, sobald er zur Gitarre greift, Gitarre spielen kann er auch. Er macht sich zum Clown durch unterschiedliche Kopfbedeckungen, unterschiedliches Outfit, wie auch durch seine Selbstironie. Thomas Gartner, Mitbegründer der Band steuert mit jahrzehntelanger Erfahrung eine der beiden Gitarren bei. Ihm zur Seite Georg Meier, ebenfalls Gitarrist, ebenfalls seit Jahrzehnten in der Chiemgauer Musikszene unterwegs. Zwei alte Hasen also, bestens vertraut mit ihren Instrumenten und jeder mit seinem eigenen Stil. Zusammen mit dem Martin Wilhelm, dem Maschtei, sind das die drei Köpfe, die das Saalpublikum auf ihren Barhockern überragen. Eher verdeckt, im Orchestergraben sozusagen, werkeln dann die anderen. Endlich wieder nach längerer Verletzungspause dabei der "Fats", also Peter Janotta, an den Drums, dann der Markus Reiter an seinem ausgezeichneten Piano, der Peter Lechner an Bass und Tuba, der Mann für die bayerische Urgewalt im Sound. Mit satten Bläsertönen setzen Peter Lechner (Saxophon) Franz Pichl (Saxophon) und Josef Lechner (Trompete) nachdrücklich Akzente. Das alles mischen die Jungs auf hohem Niveau zu einer ganz persönlichen Mixtur aus Rhythm § Blues, Rock n' Roll, Reggae mit Klassikern und eigenen, humorvollen Songs und Texten.
Dem Konzert tat es gut, dass dieses Mal sehr viele fremde Gesichter die seltenen Eintrittskarten ergattert hatten. Weil dieses erstmals im Leben mit den Sauerkirschtexten konfrontiert wurde, gab es schon während der Stücke besonderen Spaß und lautes Gelächter. "Heb dein Rock auf", "Stell die net so a", "Das gelbe Haus" und natürlich "Mit der Latten auf der Matten im Freibad im Schatten!" Das volle Sauerkirsch-Programm. Und dazwischen die Moderation vom Martin Wilhelm. Ein Beispiel: Der Witz, dass im Münchner Hauptbahnhof der Bettler am meisten absahnt, der auf seiner Tafel stehen hat "Bin Preuße, will heim!" ist ja nett. Aber was der Maschtei daraus macht, ist einfach unglaublich. Er stellt da die Geschichte von einer Mofafahrt mit Rückenwind vom Maserer hinab voran. Er lenkt, weit vorgebeugt, damit er hinten den Gartei, den Thomas Garntner mit den beiden Gitarren in jeder Hand im Gleichgewicht auf dem Mofa hält. Auf die A8 abgebogen, den Polizeihubschrauber im Nacken, düsen die beiden dann nach München um im Hauptbahnhof Musik zu machen. "Blowing in the wind" war das erste Stück, dass die beiden damals in der Jugend anstimmten und das nun als Running Gag immer wieder zu Gitarreneinsätzen des Gartei durch den ganzen Konzertabend führt. Aber auch neue Stücke hatte Sauerkirsch mitgebracht, wie den Frosch-Rapp. Auch dazu natürlich wieder eine Geschichte vom Frosch im Zwillingsreifen des LKW auf der Fahrt von Reit im Winkl nach Ruhpolding.
Und natürlich gab der Maschtei auch wieder seine heftig umjubelte Elvisparodie. Mit Anspielungen zog er immer wieder die Mitmusiker mit in das Gespräch und von denen gab es dann auch wieder schlagfertig Kontra. Doch es gab sie auch, die stillen Momente. Wenn man einfach nur dasaß, den zum Greifen nahen Musikern zuhörte, auf die Feinheiten des Spieles und des Stückes wie bei "De Sonn" achtete. Und auch wenn die Musiker immer wieder drängten, mehr zu spielen und weniger zu reden, damit die 28 eingespielten Stücke zu Gehör kämen, dem Publikum wurde die gelungene Mischung aus Wortbeiträgen und feiner Musik nie langweilig. Mit Zwischenrufen und lautem Beifall verlangten sie eher nach mehr. Zum Schluss verließ es restlos begeistert den Mühlwinkl. Und viele hätten sich wohl gleich Karten für den nächsten Tag, das zweite Sauerkirchkonzert gekauft, wenn, ja wenn, die nicht schon längst wieder ausverkauft gewesen wären. Auch an jenem Abend wieder volles Haus im Mühlwinkl und eine bestens aufgelegte Band mit einem bestens aufgelegten Bandleader Martin Wilhelm. Und auch, wer dann zum zweiten Mal da war, wie z.B. die Musiker, dem wurde es nicht langweilig. Immer hatte der Maschtei auch wieder was Neues zu erzählen. Letztendlich war das zweite Konzert so rund wie das erste. Ein grandioser Abend eben. ( Ludwig Flug) 

 

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Wieder zwei unterhaltsame Abende mit Sauerkirsch
am 13. und 14.03.2009 in Staudach - Bericht: Ludwig Flug

Unser Ding!“, sagten sich die Staudacher und machten es sich am Freitag- und Samstagabend so richtig gemütlich im Saal des Gasthofes Mühlwinkl. Bei guter Musik die Füße hochlegen, entspannen und Spaß haben. Das war das Motto des Abends. Heute war es ein Heimspiel für die Einheimischen. Endlich einmal international bekannte Musik, mit Texten für die man keinen Dolmetscher in Preußisch oder Englisch benötigt. Diese Stubn-Musi, das Unplugged-Konzert der heimischen Band Sauerkirsch, war vor zwei Jahren als Experiment gestartet. Da war – so Bandleader Martin Wilhelm - einem Eisenwarenhändler und Veranstalter in Grassau, eine Schublade feiner Nägel auf den Boden gekracht und durch den Laden gespritzt, einem Gemüsehändler und Bandleader in Reit im Winkl das ewige Schälen gelber Rüben auf die Nerven gegangen, der Bassist mit dem Sortieren der Haushaltswäsche auch nicht gerade überfordert, so dass sich alle drei und die anderen Mitmusiker einig darüber waren, ihrem Musikerleben mit den Unplugged-Konzerten auf der Staudacher Musikbühne eine neue Richtung geben zu müssen.
Zu dieser Stubn-Musi saßen jetzt die neun Musiker von Sauerkirsch im Mühlwinkl mitten im voll besetzten Saal unter dem Publikum. Eine bunte Mischung aus Blues, Rock and Roll, Reggae aber auch Landler und Zwiefachen vor international gängigen Melodien aber auch Eigenkompositionen gab es. Darüber gelegt bissige, freche, schmissige, dann wieder gefühlvolle und romantische Texte mit Themen aus dem hundsgemeinen bayerischen Alltag. Neun Musiker gaben dazu viel Platz für ausgefeilte Arrangements, liebevoll zugeschnitten auf die Eigenheiten der Instrumente.
Am unauffälligsten waren da noch die Drums von Peter Janotta, der in zurückhaltender, aber feiner Art immer Takt und Tempo vorgibt. Kein Wunder dass sich da die Tuba oder der Bass von Peter Lechner ganz anders bemerkbar macht, wenn er mitten im Reggae dann den Zwiefachen intoniert. Die beiden Gitarristen Georg Meier und Thomas Gartner traten immer in den rockigen Teilen in den Vordergrund und vor allem Georg Meier lieferte beachtliche Soli ab. Drei erfahrene, kompetente Bläser, Peter Lechner mit dem Saxophon, Franz Pichl mit Saxophon und Klarinette und Josef Lechner mit der Trompete rundeten die Arrangements in abwechslungsreichen, immer anderen Zusammenstellungen ab. Max Stephan, machte nicht nur am Piano und an der Ziach von sich reden, sondern auch als Komponist von neuen Kirschen-Kompositionen wie „Kein Trompeter“.
Über allen und zentral im Scheinwerferlicht, immer die Seele und das Aushängeschild der Band, der Sänger und Frontmann Martin Wilhelm. Den größten Teil des Repertoires machten die Sauerkirsch Glanzlichter aus den letzten zwanzig Jahren aus. „Das gelbe Haus“, „Annamirl“, „Solang die Leber lebt“ und natürlich „Mit der Lattn auf der Mattn im Freibad im Schattn“. Alles ausdrucksstark vorgetragen mit der kräftigen, rauchigen Stimme des Martin Wilhelm. Die Mitmusiker legten dabei auch gesanglich einen überzeugenden Klangteppich in den feinen Arrangements. Immer kamen die Einsätze präzise, die Beiträge des einzelnen schmiegten sich liebevoll in das Ganze. Eine runde Sache.
Und zwischen den Stücken freute sich das Publikum über die überaus unterhaltsame und witzige Moderation des Martin Wilhelm. Mit dem bayerischen Brauchtumskalender wurde des letzten bayerischen Elches gedacht, der Frauenbeichttag aus dem letzten Konzert wurde noch einmal Thema. Der Naturschutz für jodelnde Wolpertinger nahm breiten Raum. Und im Leben des Martin Wilhelm gibt es jetzt mit der Gabriella aus Budapest auch eine neue Frau - oder besser - neue Frauenstimme. Dröhnendes Gelächter aus dem Publikum.
Dazu ein paar schlagfertige Einwürfe der Mitmusiker. Aber auch diese langjährigen Begleiter wurden immer wieder von neuen Anekdoten und Bemerkungen überrascht und zu heftigem Mitlachen verführt.
So richtig gemütlich war es. Dazu gab es das besonderes Feeling, dem Musiker neben sich am Tisch in gleicher Augenhöhe bei seiner Arbeit zusehen zu können. Familienatmosphäre und Stubn-Musi eben.
Da blieb auch der King of Rock and Roll Elvis Presley nicht im nahen Seniorenheim, sondern schüttelte nach der Konzertpause seine Jahre ab und gab einen kurzen, heftig beklatschten, energiegeladenen Zwischenauftritt mit Songs wie „Suspicious Minds“ und „Bossa Nova“. Ohne reichlich Zugaben ließ das Publikum die Musiker nach einem langen Abend voll glänzender Unterhaltung nicht aus dem Saal.
Und nur eingedenk der Tatsache, dass die Jungs tatsächlich an diesem Wochenende mit zwei Konzerten auf der Staudacher Musikbühne am Freitagabend und Samstagabend reichlich gefordert waren, waren die Zuhörer überhaupt dazu bereit, die Musiker zu verabschieden.
Und tatsächlich. Am Ende waren es zwei Konzerte auf hohem Niveau dort im Saal des Mühlwinkl. Beide hatten viel gemeinsam, die überragend gute Stimmung im Publikum, die guten alten und neuen Sauerkirsch-Songs. Trotzdem war es auch für die Besucher beider Konzerte völlig abwechslungsreich, weil dem Martin Wilhelm wieder überreich an Geschichten und Anekdoten einfiel und wieder alles neu und lebendig verpackt wurde. Schön war’s!

 

 

Weihnachtskonzert von Sauerkirsch
am 23.12.2008 Wirtshaus D' Feldwies in Übersee - Bericht: Ludwig Flug

Nach einer Woche waren wieder alle Karten im Vorverkauf verkauft und das eigentlich mit so gut wie keiner Werbung, das schafft nur Sauerkirsch mit ihrem jährlichen Weihnachtskonzert.
Vor ein paar Tagen war es erst: Dienstag, Vorweihnachtszeit in der Nacht vor Heiligabend. Still lag der Chiemgau und ruhte nach einem hektischen Tag. Und wieder – wie nun schon seit zwanzig Jahren steht der Reit im Winkler Maschtei, der Martin Wilhelm, am 23.12. auf der Bühne der Feldwies. Vor sich im heftigen Kontrast zu der Ruhe vor der Tür ein Meer an Köpfen, von denen die Hälfte nicht einmal geboren war, als die Kultserie der heimischen Band Sauerkirsch mit dem ersten Weihnachtskonzert in der Feldwies begann. Zwanzig Jahre macht der das nun schon, ohne dass man dem das wirklich anmerkt. Die Mannschaft, die früher mit ihm war, ist inzwischen ausgetauscht und auch die neue ist jetzt schon um die zehn Jahre dabei.
Doch dass die alte Mannschaft nicht vergessen ist, davon zeugte der erste Teil des Abends. Wo sonst der Maschtei besinnlich mit Weihnachtsgeschichten und Flötenmusik einstimmt, geht es dieses Jahr von Beginn an richtig heftig zur Sache. Es gilt eben viel in diese wenigen Stunden bis Mitternacht hinein zu packen, denn in der ersten Hälfte wird die Geschichte der Band mit den alten Mitstreitern gefeiert. Auf das Saxophon hatte die Band von frühester Jugend an gesetzt, das beweist der Saxophonist der ersten Stunde Thomas „Schleichei“ Strohmayer. Gruselig wird es mit dem ehemaligen Frontmann und Sänger Michi „Saribax“ Lermer, als der „Ich bin ein Mörder“ im Trenchcoat und mit Schlapphut gibt, äußerst eisig, unterkühlt und eisig in Gestik und Stimme. Der Maschtei hatte vorgewarnt, dass der dann folgende Edi „Da Bua“ Lengg, der damals mit Abstand Jüngste, mit seiner Gibson-Gitarre ein ganz Wilder sei. Dessen Auftritt gipfelt in einem fetzigen Gitarrensolo hoch oben auf dem Turm aus Lautsprecherboxen in Augenhöhe mit der Empore.
Als sich dann der Baladenmann Daniel „Die Taste“ Zeus der alten Mannschaft ans Piano setzt, gibt es etwas besinnlichere Minuten. Besonderen Applaus gibt es für den Ex-Trompeter Leo „Da Poid“ Hörterer, weil der der Vater der meisten, unverwechselbaren und zeitlosen Sauerkirsch-Texte ist, das Markenzeichen der Konzerte. Auch der Bassmann Jens „Da Franzos“ Hidde aus der Vorzeit fehlt nicht. Ein Gruppenbild der alten und neuen Mannschaft rundet den Blick in die Vergangenheit ab. Und schon geht es weiter ohne jede Pause. In diesem pickepacke vollgeladenen Musikabend gibt es weiter die Sauerkirsch-Stücke von den aktuellen Sauerkirschen.
Voller Bläser-Sound von Franz Pichl, Peter Lechner, beide Sax und Sepp Lechner, Trompete, ein gut aufgelegter Martin Wilhelm an der Front, Georg Meier, Thomas Gartner und Peter Lechner mit fetzigen Gitarren und deftigem Sound, dazu der immer präsente Pianist Markus Reiter. An der Posaune und Ziach Max Stephan. Die Drums wie immer von Peter Janotta gefühlvoll, treibend und sicher.
Packende heftige Musik mit den Highlights aus Jahrzehnten Rockmusik, Rock and Roll, Soul, Boogie und Blues. Davor die Texte in schönstem Bayerisch. Bayerisch, witzig und selbstironisch. „Ich geb Dir heut kein Bussi, weil Du in der Nase bohrst“, „Mit der Latten auf der Matten im Freibad im Schatten“. Das Publikum kennt sie alle und spart nicht mit Vorapplaus beim Erklingen der ersten Töne. Martin Wilhelm singt dazu mit einer ausgeprägten, kräftigen Rock-Stimme, die auch in anderen Stilrichtungen wie z.B. seinen wunderschönen Balladen gut ankommt. Die Mitmusiker liefern dazu vielstimmigen Backgroundgesang, das Publikum ist immer mit seinem Gesang dabei.
So hoch wie es auf der Bühne her geht, so hoch auch im Saal. Das Thermometer ist längst über Wohlfühlwärme geklettert. Dicht gedrängt das Publikum, im leichten Sommershirt schwitzend, weil ständig in Bewegung. Heiß ist es vor allem oben unter dem Dach, wo man sich auf der Empore mit der Hitze den besten Ausblick auf die Bühne erhandelt. Die ersten Reihen vor der Bühne wogen oder hüpfen im Takt und als das alljährlich anwesende und aufgerufene Geburtstagskind zum Stagedive von der Bühne ins Publikum hechtet, trägt ihn das sicher. Aber auch die hinteren Reihen sind mit glänzenden Augen und wippenden Füßen engagiert dabei. Da bedarf es keiner Aufforderung. Die Texte kennen alle, auch die sind längst Kult. Da wird gesungen was das Zeug hält.
Stück für Stück fetzt von der Bühne. Mit einigen Zugaben geht es bis nach Mitternacht, ehe der Saal das Publikum wieder in die ruhige vorweihnachtliche Chiemgau-Nacht entlässt. Noch lange stehen Gruppen im Gespräch vor der Feldwies, ehe die euphorische Stimmung wieder ausklingt. Manche können schon jetzt nicht den 13. + 14. März 2009 erwarten, wenn – wieder Kult – Sauerkirsch seine beiden unplugged Konzerte auf der Staudacher Musikbühne im Gasthof Mühlwinkl geben. Zwei wohl wieder ausverkaufte Abende.

 

 

Sauerkirsch im Bayerischen Rundfunk
im Rahmen des Faschingstreiben am 05.02.2008 in Reit im Winkl

Im Rahmen der Faschingsgaudi von Reit im Winkl, die Live im dritten Programm des Bayerischen Fernsehens 90 Minuten übertragen wurde präsentierte Sauerkirsch erstmals den Titel "Heid ko mi nix aufregn".
Die Musiker hatte bei der "sehr unplugged" Aufnahmen sehr viel Spass.
Nach den Live Aufnahmen für das Fernsehen, durften die "Kirschen" dann absolut Live noch einigens in ihrem typischen Rhythm & Blues Power Sound für die zahlreichen Fans von Nah und Fern aufspielen.
Dann wechselten die Besetzung so langsam in die Formation von Brandig über, die Songs klangen dann natürlich auch etwas anders und es war Fachingsstimmung angesagt.

 

 

20. Weihnachtskonzert von Sauerkirsch
am 23.12.2007 in D' Feldwies in Übersee - Bericht: Lukk

20 Jahre kaum oder keine Plakate und Ankündigungen, 20 Jahre dennoch lange Warteschlangen in vorweihnachtlicher Kälte, 20 Jahre enttäuschte Gesichter derer, die nicht mehr eingelassen werden, 20 Jahre drangvolle Enge am 23.12. nach 21 Uhr, 20 Jahre ein brodelnder bayerischer Saal, das ist das Weihnachtskonzert der heimischen Kultband Sauerkirsch. Heimelig ging es los, unheimlich weiter.
Der Auftritt begann mit Trachtenhüten auf dem Kopf und zwei Blockflöten weihnachtlich. Nur Bandleader Martin Wilhelm fiel mit seinem blau illuminierten Glasfaser-Gamsbart auf dem Kopf auf. Der verlas als nächstes einen weihnachtlich besinnlichen Aufsatz eines Jungen über seine Mordskrippen daheim, die er mit Spielfiguren wie dem heiligen Batman und Dinosauriern trefflich aufgemotzt hatte. Und schon trieb der Reit im Winkler die aufbrandende Stimmung in ein Aushängeschild der Kirschen, den Song „Heb Dein Rock auf!“ Der volle Saal war sofort dabei, kannte den Text und begleitete den Refrain.
Alles wie jedes Jahr, doch etwas war anders. Hatte im Vorjahr noch die Zielrichtung bestanden, die Songs heraus zu hauen, um nur den Stimmungspegel immer im kirschroten Bereich zu halten, gingen die Musiker dieses Jahr nahezu geruhsam ans Werk. Seit einem Frühjahrskonzert unplugged auf der Staudacher Musikbühne, wissen die Musiker, dass etwas mehr Bedacht zugunsten noch besserer Qualität beim Publikum noch mehr ankommt. Die Songs nach wie vor kräftig, schnell und rasant, waren sie doch jetzt einfach besser, präziser. Das Mischpult im Vorjahr noch ein echter Stimmungsbremser, stützte jetzt die Töne und Songs, wie es sollte.
Und die Musiker waren in glänzender Laune und Form. Eine halbe Stunde ging es unplugged daher, dann stöpselten die Gitarristen um Georg Maier die Instrumente ein und mit dem Thema des neuen James Bond-Films und dem Thema aus dem Film Blues Brothers, getragen von Gitarren und Bläsern zündeten die Kirschen die nächste Stufe. Weltbekannte Rock- und Soulmusik mit bissigen, kraftvollen bayerischen Texten der Sauerkirschen. „Mei Mama hat gsag´t“, „Sowas stinkt ma“, „Das gelbe Haus“. Die Fans kannten sie alle und gingen mit. Sänger Martin Wilhelm, immer vorn an der Rampe, nimmt er mit viel Ausdruck in Stimme und Gestik das Publikum in Besitz und treibt es voran.
Weil dieses Jahr sämtliche Schlupflöcher in den Saal besonders sorgsam bewacht waren, war es dieses mal nicht so übervoll eng. Das Publikum war konzentrierter, das Hin-und Her im Saal, das Stimmengeschwirr zwischen den Songs war deutlich geringer als im Vorjahr. Das tat der Atmosphäre sichtlich gut. Und die Musiker hatten die gesteigerte Aufmerksamkeit des Publikums verdient.
Grandios das Gitarrenspiel von Georg Meier, Oberwössen, das Zusammenspiel mit den beiden erfahrenen Gitarristen Thomas Gartner, Reit im Winkl, und Peter Lechner, Grassau. Er erhielt Raum für besondere Soli. Ein Aushängeschild der Sauerkirschen sind nach wie vor die starken Bläser. Präzise deren Einsätze, sauber die Töne. Vorantreibend und kräftig schmettern sie in den Saal. Das sind die Überseer Josef Lechner an der Trompete, Peter Lechner und Franz Pichl am Saxophon. Markus Reiter, München, gehört mit zu den tragenden Musikern der Band. Er spielt das Keyboard immer lebhaft, quicklebendig in den Vordergrund. Rückhalt und sicher an den Drums Peter Janotta, der die Musik fein unterstreicht, gleich ob im treibenden Rock oder in der gefühlvollen Ballade. Und der Weihnachtsmann mit Mütze und rotem Mantel immer im Mittelpunkt.
Schon nach kurzer Zeit musste sich Martin Wilhelm dieses Kostüms entledigen, weil er dort alles gab, und immer mit gleicher Kraft den Abend gestaltete mit Stimme und Gestik alles gab bis spät nach Mitternacht. Wechselnde Kopfbedeckungen, kleine Geschichten zwischen den Stücken, selbstironische Rückblicke in die Bandvergangenheit, das Publikum hatte seinen Spaß daran und ließ sich gern einfangen und mitnehmen.
Vorn am Bühnenrand drängten sich Zuschauer, die schon beim ersten Weihnachtskonzert dabei gewesen sein mögen, wie auch die Twens der heutigen Zeit einträchtig, demselben Takt verschrieben. Verlässlich hatten sie immer den richtigen Refrain auf den Lippen. Den Gesichtern sah man den Spaß und die Freude an diesem Konzert deutlich an.
Den Kultstatus im Chiemgau unterstrich, dass ein sehr junger Zuhörer auf die Bühne gerufen werden konnte, der mit einem Schulaufsatz über Sauerkirsch gerade eine Eins erarbeitet hatte. Kult auch das nach 24 Uhr dann immer die gleichen Geburtstagskinder von der Bühne geehrt werden können, wie im Vorjahr. Natürlich gab es Zugaben. Anderes ließ das Publikum auch garnicht zu. Und bis zum letzten Ton war es in bester Stimmung dabei.
Als der verklang und man vor den altehrwürdigen Gasthof Feldwies trat, traf es einen völlig unerwartet. Der Chiemgau schlief. Die 500 noch so euphorischen Zuhörer standen ganz allein in dieser klaren Winternacht, am Anfang des 24. Dezembers und fühlten sich völlig unwirklich. Dennoch werden sie im nächsten Jahr wieder in langer Schlange vor der Feldwies anstehen, um dabei zu sein. Dabei bei dem Sauerkirsch Weihnachtskonzert!

 

 

Sauerkirsch in Staudach – Das total andere Konzert!
Beim Sauerkirsch Konzert am 30. und 31. 03. 2007 spielten die Musiker erstmals mitten im Publikum - Bericht: Ludwig Flug

Die Idee war grandios, das Publikum war begeistert. Kuschelig hatten es sich um 10,5 Millionen Zuschauer am Samstagabend mit „Wetten das“ in Ihrem Sofa gemacht. Ganz anders kuschelig hatten sich zur gleichen Zeit 180 Zuschauer im Gasthof Mühlwinkl eingerichtet. Sie waren zu einem anderen Konzert der heimischen Kultband Sauerkirsch gekommen, ganz anders als noch vor ein paar Monaten das Weihnachtskonzert in der Feldwies. Da waren die Musiker noch über die Bühne gefetzt. Hier saßen sie einfach statt auf der Bühne in der Mitte des Saales, das Publikum dicht nebenan und rundherum.
Nur der Frontmann Martin Wilhelm auf einem Barhocker in der Saalmitte und die beiden Gitarristen ragten etwas aus der Menge hinaus. Welch ein Gegensatz! Jeder Musiker zum Greifen nah. Der ungeheuer großen Nachfrage hatte der Alex Welte von der Staudacher Musikbühne mit zweiaufeinander folgenden Konzerten am Freitag- und Samstagabend entsprechen wollen. Vergeblich, Nachfragen gab es bis zuletzt, ausverkauft waren beide Konzerte aber innerhalb von ein paar Tagen. Wer keine Karte ergatterte kann sich trösten, denn die beiden Tage wurden für eine geplante neue CD schon mal mitgeschnitten. Eine Atmosphäre, gemütlich wie im Probenraum. Und dann kriegte man so Einiges geboten. Martin Wilhelm war in Hochform. Vielleicht ein Viertel der Zeit ging für die Anmoderation der Stücke drauf. Von der ersten Minute gab es heftiges Gelächter.
Anekdoten aus dem schon langen Musikerleben von immerhin 9 Musikanten, tiefe Einblicke in den bayerischen Brauchtumskalender, wie auch Lehren über das chinesische Kalenderjahr, die ewigen Themen Mann und Alkohol oder Mann und Frau, von der eigenen im besonderen, von den anderen im Allgemeinen. Die Kurve vom angekokelten Gamsbart zum Thema Skateboard muss man erst mal kriegen! Für Wilhelm eine Leichtigkeit! Das alles in schönem Bayerisch gewürzt mit viel Lokalkolorit, denn immerhin stammen die Musiker aus dem Achental und der Umgebung. Genauso bayerisch, witzig und selbstironisch dann die Songs. Eigene bayerische Texte über international bekannten Rockhits oder Eigenkompositionen. „Ich geb Dir heut koa Bussi“, „Mit der Latten auf der Matten im Freibad“, „Sowas stinkt ma“, die Titel versprechen schon den bayerischen Wortwitz. Martin Wilhelm singt dazu mit einer ausgeprägten, kräftigen Rock-Stimme, die auch in anderen Stilrichtungen wie z.B. seine wunderschönen Ballade „ De Sonn“ gut ankommt.
Die Mitmusiker liefern dazu vielstimmigen Backgroundgesang, in den auch das Publikum immer wieder einfällt. Und neun Musiker im dann doch wieder kleinen Saal des Mühlwinkl bringen schon einen tollen Sound – auch im Sitzen! Voran sind da die drei Bläser Peter Lechner (Saxophon), Franz Pichl (Saxophon) und Josef Lechner (Trompete) mit präzisen, satten Einsätzen und beeindruckenden Soli zu nennen. Der Vierte, Peter Lechner 2, mit seiner Tuba stand vor allem für den bayerischen Musikeinschlag, der Dank Sauerkirsch plötzlich auch in internationaler Rockmusik auftaucht. Ansonsten ist dieser Mann ein solider Bassgitarrist.
Seiner Gitarren Leidenschaft frönte Georg Meier in heftig beklatschten Solis auf seinem akustischen Instrument, Thomas Gartner stand ihm dabei mit Rhythmus-Gitarre und Waschbrett zur Seite. Als Tastenmeister erwies sich Markus Reiter am Piano und Akkordeon, mit dem er auch immer wieder die bayerische Herkunft der Musiktexte untermalte. Und Peter Janotta streichelte seine Drums mit viel Gefühl. Die Musiker um Martin Wilhelm agierten professionell und zurückhaltend, Probenraumathmosphäre eben.
Von Martin Wilhelm konnte man das in keiner Weise sagen, zu jedem Song einen anderen Hut, von der bayerischen Kopfbedeckung über den Sombrero zurück zum Strohhut. Raumgreifende Gesten, feines Arrangement bezogen das Publikum mit ein. Nach der Pause erreichte sein musikalisches und schauspielerisches Engagement einen der vielen Höhepunkte, als er als Elvis Presley, von der Sprache, über die Mimik bis zum Outfit perfekt nachgemacht, mit "Devils in Desguise" , „Bossanova Baby“, „One Night with You“ und „Suspicious Minds“ auftrat. Danach spielten die Band ohne ihren Chef (der sich erstmal wieder aus dem engen Elvis Kostüm schälen mußte) den "Gummi Mambo", der sehr stark an den Sound von Haindling erinnerte.
Auch Lenny Kravitz trat auf, lange Rastalocken unter der Strickmütze allerdings urbayerisch singend! Auf der Bühne ist er ein Menschenfänger, der Martin Wilhelm. Wenn er mit seiner kurzweiligen Moderation den Abend beginnt, dauert es nur wenige Minuten, bis der Zuhörer von seinen sympathisch rüber gebrachten, kurzweiligen und lustigen Geschichten eingefangen ist. Die gut verständlichen bayerischen Texte, die gute Musik und der runde Auftritt bindet das Publikum dann fest an seinen Platz. Man merkt dem Sänger die Anstrengung an, trotzdem gibt es keinen erkennbaren Durchhänger, und es ist der Martin Wilhelm, der den Zuschauer dann nach vielen Zugaben am Ende eines langen Abends entlassen muss. Freiwillig geht der nämlich nicht heim.
Und auch, wenn dieser Auftritt mit seiner Unplugged Atmosphäre so ganz anders war, den heimischen Kultfaktor von Sauerkirsch haben sowohl das Konzert am Freitag, als auch das am Samstag weiter erhöht.
Sauerkirsch spielte erstmals auf der Staudacher Musikbühne zwei Unplugged Konzerte. Beide Termine waren seit Monaten ausverkauft. Die 9 Musiker spielen eine Mischung aus Rhythm & Blues und Rock `n` Roll. Klassikern aber auch eigenen Songs, werden von ihrem Chef Martin Wilhelm meist mit bayrischen Texten und sehr vielem Entertainment präsentiert Aber auch die Songs von Elvis, werden authentisch und gekonnt von Martin Wilhelm interpretiert. Beide Konzerte wurden für eine mögliche Live CD mitgeschnitten. Robert Lorenz war für die Technik verantwortlich.
Endlich hab ich einige von den raren Sauerkirsch CD 's "Mei Mama hod g'sogt" bekommen. Die erste CD ist übrigens restlos vergriffen! Vielleicht gibts demnächst eine neue Live unplugged CD von den beiden Auftritten Ende März in Staudach.

 

 

X - tes Weihnachtskonzert von Sauerkirsch
am 23.12.2006 in D' Feldwies in Übersee - Bericht: Ludwig Flug

Das war mal wieder echter Achentaler Kult !!!!! mit nur 20 Plakaten (die weil so rar sind gleich von Fans wieder abgehängt wurden und nun in deren Zimmern hängen) 550 Leute an einem 23.12. anzulocken (weil restlos Ausverkauft mußten 100 angeblich wieder fahren). Das schaffen nur die 9 Musiker von Sauerkirsch !!!!!!
Ihr nächster Auftritt, (rechts vom Marschtei bereits angekündigt) etwas ganz besonderes, ein Unplugged Konzert, werden Sauerkirsch am 30.März 2007 auf der Staudacher Musikbühne im Gasthof Mühlwinkl spielen. Da dieser Termin auch schon wieder so gut wie Ausverkauft ist, wird am 31.März 2007 gleich nochmal ein Unplugged Konzert dran gehängt. Tel. Kartenreservierung bei Welte Eisenwaren in Grassau 08641/3090.
Party Pur im Achental Langsam breiten sich Frost und Rauhreif über den Chiemsee und erzeugen – auch ohne Schnee – eine ruhige weihnachtliche Stimmung, als in der gleichen Nacht des 23.12. die Jugend aus den Chiemseeorten, aus dem Achental, aus dem Sachranger Tal und weit von Traunstein es noch einmal wissen will.
21.21 Uhr ist traditionell Konzertbeginn, aber schon ab 19.00 Uhr steht eine lange Schlange äußerst dünn bekleideter Mädchen und Jungs in T-Shirts vorwiegend aus der Alterklasse zwischen 18 und 25 schnatternd vor dem Gasthof Feldwies: Das Ende einer Schlange, die sich durch den langen Flur bis zur Saalkasse drängelt. Es ist keine Mutwilligkeit, dass dann gegen 20.45 Uhr erst die Gaststättentüren verschlossen, so ca. 100 Besucher draußen ausgesperrt werden und dann auch noch vielen aus dem Gaststättenflur der Eintritt zum Saal verweigert werden muss. Es hat ausschließlich brandtechnische Gründe, denn der Saal ist rappelvoll, unten, wie auch oben auf der Empore.
Und das alles, obwohl man zuvor schon auf Werbung für und Bekanntmachung der Veranstaltung weitgehend verzichtet hatte. Das traditionelle Weihnachtskonzert von Sauerkirsch ist eben kein Rock-Konzert im herkömmlichen Sinne, sondern Party, Party, Party! Ohne Pause bis spät in die Nacht! Bis auf wenige Stücke immer vorneweg, Martin Wilhelm mit kraftvollem Rockgesang mit bayerischen Texten. Die Fans können die spätestens mitsingen, seit die Texte im Internet- veröffentlicht sind. Zwischen den Stücken Rhythmus-Spielchen mit dem Publikum, der nächste Refrain wird einstudiert und dann geht es wieder dahin.
Die vordere Hälfte des Saales voll tanzender jubelnder Fans, naßgeschwitzt in den heißen Saaltemperaturen. Die Musiker kennt jeder, alle aus dem heimischen Raum zwischen Reit im Winkl und Übersee, erprobt in –zig Musikformationen und alle mit reichlich Erfahrung. Neun unterschiedliche Instrumente, neun unterschiedliche Musiker, immer wieder andere Stücke erfordern normal einen großen Aufwand an Abstimmung durch die Musiker und den Tontechniker. Doch hier war nicht die Zeit für Feinheiten. Von einem Stück ins andere, bloß die Stimmung nicht abreißen lassen! Da bleibt auch schon einmal das ein oder andere Instrument etwas versteckt auf der Strecke. Die ein oder andere Rückkoppelung lässt die Ohren klingeln! Egal! Party ist angesagt!
Schon nach einer halben Stunde dampft der Saal. Die Getränkelieferung gerät heftig ins Schlingern. Im hinteren Teil des Saales eine ständiges Plappern. Hunderte von Teenagern sprechen laut gegen die Musik an. Hier ist ein Jeder! Es gibt Leute, die man seit Jahren nicht mehr gesehen hat, andere lernt man kennen, weil man einen kennt, der den anderen kennt. Oder einfach nur, weil man sich auf den ersten Blick sympathisch ist. Handys glimmen überall im Saal, um auch den Freund auf der anderen Seite des Getümmels per SMS auf dem Laufenden zu halten, wen man gerade gesehen oder getroffen hat. Glänzende Augen, Blickkontakte, Lachen und Spaß. Dabei ein ständiges Gewusel von Leuten, die sich durch das Getümmel drängen, keine Ahnung, wohin.
Auf der Bühne geht es derweil mächtig ab. Neun Musiker: ein Sänger im Vordergrund, drei Gitarristen, drei Bläser, Keyboard, Drums, das gibt schon ordentlich Schalldruck! Wenig Soli gibt es, aber dann wünscht man sich sofort, man hätte etwas mehr Zeit für Musik und Feinheiten gehabt, dann lassen die Musiker keinen Zweifel an ihren Qualitäten. Aber was soll’s, Party ist angesagt! Schnell ist die Zeit bis nach Mitternacht dahin. Aber auch dann spielen die Musiker fleißig, verwöhnen die Fans mit vielen Zugaben und lassen das Konzert erst spät nach Mitternacht ausklingen. Ein wieder gelungenes Kult-Weihnachtskonzert einer heimischen Kult-Band, bei dem auffällt, wie friedlich es verlief.
In 2007 werden sich hart gesottene Fans am 23.12. wohl schon ab 17.00 Uhr anstellen. Und aufgepasst! Vorankündigungen wird es wohl auch dann nicht geben. Wie heißt es so schön in verschnörkelter bayerischer Schrift, verziert mit gemalten Trachtlern über der Bühne des Saals: „Treu dem guten alten Brauch!“ Zuvor wird Sauerkirsch bereits im März im heimischen Raum wieder die Musik in den Vordergrund stellen, dann mit etwas weniger Schalldruck, nämlich unplugged auf der Staudacher Musikbühne.

 

 

Weihnachtskonzert Sauerkirsch
am 23.12.2005 in Übersee

Was ist eine "Kult Band" ? Wenn es eine Musikgruppe schafft, fast ohne Plakate den Saal des Gasthof D´Feldwies in Übersee so zu füllen, dass über 100 Fans leider wegen Überfüllung draussen bleiben mußten.

 

 

Sauerkirsch - Weihnachtskonzert
23.12. 2004 wieder im Gasthof "D´Feldwies" in Übersee

Überraschender Beginn - Der Weihnachtsmann persönlich, mit Sauerkirsch in "D´Feldwies" in Übersee.

 

 

Weihnachtskonzert von Sauerkirsch
am 23.12.2003 im Hefter Saal in Grassau

Zuerst spielten sie in Form einer seriösen Big Band, dann später ging die Post so richtig ab, wie das Publikum jedes Jahr beim traditionellen Weihnachtskonzert von Sauerkirsch gewohnt ist. Konferencier Martin Wilhelm aus Reit im Winkl ist der perfekte Entertainer, diesmal holte er sogar seinen achtjährigen Sohn Dani mit auf die Bühne.
Das Publikum tobte, sang bis zum Schluß mit, eine super Stimmung herrschte im Hefter Saal in Grassau.